Adam Czerniaków

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Biographie

Czerniaków studierte Ingenieurwissenschaften und unterrichtete in der jüdischen Gewerbeschule von Warschau. Von 1927 bis 1934 war er Mitglied des Warschauer Stadtrates (rada miasta) und 1931 wurde er in den polnischen Senat gewählt. Einer seiner größten Kritiker war zeit seines Lebens Emanuel Ringelblum. Am 4. Oktober 1939, einige Tage nach der Kapitulation der Stadt gegenüber der Wehrmacht, wurde Czerniaków zum Vorsitzenden des 24-köpfigen „Judenrates“ oder Ältestenrates ernannt und war damit verantwortlich für die Umsetzung der deutschen Anordnungen und Befehle im Warschauer Ghetto. Am 22. Juli 1942, zu Beginn der „Großen Aktion“ im Rahmen der Aktion Reinhardt, erhielt Czerniaków von Hermann Höfle den Befehl, durch den Judenrat für eine sofortige „Umsiedlung“ Listen von täglich 7.000 Einwohnern erstellen zu lassen, die „in den Osten“ deportiert werden sollten. Andernfalls wurde mit der Erschießung mehrerer hundert Geiseln einschließlich seiner Ehefrau und Angehöriger des Ältestenrates gedroht. Der junge Ghettobewohner Marcel Reich-Ranicki war Schreibkraft des Judenrates und hatte die Anweisungen Höfles zu notieren und ins Polnische zu übersetzen.Wie sich später herausstellen sollte, war mit „dem Osten“ das Vernichtungslager Treblinka gemeint. Im Laufe des 22. Juli gelang es Czerniaków, einige wenige Ausnahmen für Krankenhausmitarbeiter, Ehegatten von Fabrikarbeitern und einigen Berufsschülern zu erhalten. Vergeblich war beispielsweise seine Fürsprache für die Waisenkinder von Janusz Korczak. Am darauffolgenden Tag, dem 23. Juli 1942, nahm sich Czerniaków mit einer Zyankalikapsel das Leben. Er wollte den Ghettobewohnern ein Signal der ernsthaften Lage und der Auswegslosigkeit zeigen und sich nicht zum Werkzeug der Nationalsozialisten machen lassen, d. h., er wollte nicht persönlich mitwirken bei der Aufstellung von Listen zur Ermordung der Ghettobewohner. Vor seinem Freitod hinterließ er zwei Abschiedsbriefe, einen für seine Frau, einen für seine Mitarbeiter: „Sie verlangen von mir, mit eigenen Händen die Kinder meines Volkes umzubringen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu sterben“ und „Worthoff und seine Kollegen [vom Umsiedlungsstab] waren bei mir und verlangten, daß für morgen ein Kindertransport vorbereitet wird. Damit ist mein bitterer Kelch bis zum Rand gefüllt, denn ich kann doch nicht wehrlose Kinder dem Tod ausliefern. Ich habe beschlossen abzutreten. Betrachtet dies nicht als einen Akt der Feigheit oder eine Flucht. Ich bin machtlos, mir bricht das Herz vor Trauer und Mitleid, länger kann ich das nicht ertragen. Meine Tat wird alle die Wahrheit erkennen lassen und vielleicht auf den rechten Weg des Handelns bringen. Ich bin mir bewußt, daß ich Euch ein schweres Erbe hinterlasse.“Das Tagebuch von Adam Czerniaków wurde 1979 ausführlich kommentiert von Raul Hilberg in englischer Sprache herausgegeben. Eine hebräische Übersetzung war bereits 1968 veröffentlicht worden, der polnische Originaltext erst 1972. Darauf basierend erschien eine kommentierte polnische Version, die von dem polnischen Historiker Marian Fuks herausgegeben wurde. Diese Version war die Grundlage der deutschen Fassung des Tagebuches – siehe unten. Marcel Reich-Ranicki hat ein Kapitel seiner Autobiographie Adam Czerniaków gewidmet. Es trägt den Titel Ein Intellektueller, ein Märtyrer, ein Held.Für Claude Lanzmanns epische Shoah-Filmdokumentation las und kommentierte Hilberg Auszüge aus Czerniakóws Tagebuch. Am Ende der Sequenz bemerkte Lanzmann: Du warst Czerniaków. Lanzmann sah in Hilberg einen Wesensverwandten von Czerniaków, dem nüchternen Chronisten des Untergangs.

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Direktorin 1

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